Erfahrungen der ETH-Bibliothek mit Online-Werbung

Es gibt beinahe schon unzählige Möglichkeiten fürs Online-Marketing. Die ETH-Bibliothek hat in jüngster Zeit einige davon ausprobiert: Google AdWords, Google Places und Facebook Ads.

1. Google Places

Ein “kleiner” Vorteil von Google Places gegenüber den beiden anderen Methoden: es ist kostenlos. Google Places wurde im September 2009 gestartet und ersetzt praktisch das Branchen-Telefonbuch. Zunächst fiel uns auf, dass bei einer Suche nach “ETH-Bibliothek” auf Google Maps eine kleine Spezialbibliothek an der ETH Zürich als Treffer erschienen ist. Wir sind dem nachgegangen und haben anschliessend den offiziellen Eintrag für die Hauptbibliothek erstellt. Dieser kann mit Adresse, Kontaktdaten, der Website, mit Bildern und Videos ergänzt werden.

Abb. 1: Eintrag der ETH-Bibliothek in Google Places

Die Zugriffsstatistik für den Monat Dezember 2010 zeigt, dass über diesen Eintrag ca. 3500 Zugriffe auf die Website der ETH-Bibliothek erfolgt sind. Wie gesagt, kostenlos. Und über die mobile App von Google ist Google Places “natürlich” auch in einer mobilen Version zugänglich.

Wertung: *****

 

2. Google AdWords

Ein weiteres Marketingprodukt aus dem Hause Google. Als Anwender von Google Places hat die ETH-Bibliothek eine Gutschrift für Google AdWords erhalten und hat diese für einen praktischen Test während eines Monats eingesetzt. Es wurden Keywords definiert (wie z.B. Hochschule, Bibliothek, E-Books etc.), bei deren Suche das Kleininserat der ETH-Bibliothek angezeigt werden sollte. Zudem wurde die tägliche Kostenlimite angegeben.

Abb.2: Kampagnenmanager für Google AdWords

Im Ergebnis erzielten wir 345 Klicks, die rund 130 Franken (also grob 100 Euro) kosteten. Die ETH-Bibliothek hat beschlossen, die Kampagne nach Ablauf des Tests zu stoppen, da Kosten und Ertrag in einem zu schlechten Verhältnis stehen.

Wertung: **

 

3. Facebook Ads

Etwas längere Zeit sammelte die ETH-Bibliothek Erfahrungen mit Facebook Ads. Grundsätzlich bietet Facebook mit dem Tool fürs Management von Werbekampagnen wirklich ausgezeichnete Möglichkeiten. Man kann die Zielgruppe extrem genau definieren. So schaltete die ETH-Bibliothek eine Anzeige für den Dokumentenserver ETH E-Collection, der nur Angehörigen der ETH Zürich angezeigt wurde. Die Zielgruppen lassen sich nach Alter, Geschlecht, Region, Zugehörigkeit zu Netzwerken etc. eingrenzen. Ein echter Traum für die Werbebranche… Aber: das Resultat war für die ETH-Bibliothek ernüchternd. Eine recht allgemeine Kampagne für das neue Wissensportal wurde immerhin 1 Mio Mal angezeigt (“impressions”). Aber daraus resultierten bloss 277 Klicks. Über alle Kampagnen lässt sich sagen, dass nur etwa eine von 2000 Personen, welche eine Anzeige der ETH-Bibliothek sahen, auch darauf geklickt haben. Man kann angeben, wie viel man maximal pro Tag und pro Klick bezahlen will. Die oben erwähnten 277 Klicks kosteten rund 50 Dollar, also etwa 20 Cent pro Klick.

Abb.3: Facebook Ad für die ETH-Bibliothek mit Einstellung für Zielgruppe

Die ETH-Bibliothek zog aus dem mehrmonatigen Versuch mit Facebook Ads den Schluss, diese Kampagnen zu stoppen. Zum einen stehen – wie bei Googls AdWords – Kosten und Ertrag in einem schlechten Verhältnis. Zum andern ist das Umfeld der Werbung auf Facebook noch weniger attraktiv. Marktforschungen (vlg. die Studie von Innofact (PDF) vom Juli 2010) zeigen, dass die Werbung auf sozialen Netzwerken am wenigsten beachtet wird. Eine Einschätzung, die ich persönlich teile. Oder anders gesagt: Werbung auf Facebook nervt viele. Also ist der Nutzen solcher Werbung für seriöse Unternehmen eher zweifelhaft.

Wertung: *

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